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WLAN: Strahlend ins Internet Mehr und mehr ziehen neue Funktechnologien in unsere Häuser ein, sozusagen als kleine Brüder der großen Mobilfunksysteme mit ihren Antennen auf vielen höheren Häusern und Handys an den Ohren fast aller Bundesbürger. Funk wird mittlerweile neben dem Telefonieren vor allem für die Übertragung größerer Datenmengen verwendet. Die uns hier am häufigsten begegnenden Systeme heißen WLAN-Netze, auch einfach Wireless oder Hotspots genannt, schon seit Jahren relativ häufig anzutreffen in Bürogebäuden, Hotels, Restaurants, Bahnhöfen, Flughäfen, Universitätsgebäuden, Bibliotheken, sogar in Waschsalons, mittlerweile aber auch in Millionen deutscher Privathaushalte. WLAN steht für Wireless Local Area Network, es geht also um drahtlose lokale Netzwerke. Man kann über sie zu Hause von seinem Computer, Notebook oder PDA aus ohne Kabelsalat im Internet surfen oder Emails verschicken, ebenso im Café auf der Düsseldorfer Rheinuferpromenade beim Cappuccino-Schlürfen, beim Weißbier-Trinken am Chinesischen Turm des Englischen Gartens in München, in Bahnhofs-Wartehallen während der üblichen Zugverspätung oder während der zwei Stunden Kochwäsche im Waschsalon. Mittlerweile gibt es in Deutschland zigtausende öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots, daneben natürlich viele betriebliche Systeme z.B. in Bürogebäuden.
Das aus baubiologischer Sicht größte Problem hat sich in den letzten Jahren durch den massiven Einsatz von WLAN-Geräten auch in normalen Wohnräumen ergeben: DSL zur schnellen Datenübertragung bei der Internet- oder Email-Nutzung ist allgegenwärtig, und so gut wie immer steckt im DSL-Router auch ein WLAN-Sender (was manchen Nutzern aber noch nicht einmal bewusst ist). Sinn hierbei: Man soll überall zu Hause bequem mit seinem Notebook im Internet surfen können, nicht nur im Büro, sondern auch im Wohnzimmer, in der Küche während des Kochens (am besten mit dem Mikrowellenherd und dessen Strahlung), im Schlafzimmer noch mal schnell vor dem Einschlafen oder auf dem Klo - früher nahm man die Zeitung mit, heute kann man dort die news topaktuell im Internet lesen. Attraktiv ist das ganze vor allem deswegen, weil dafür keine neuen Leitungen im Haus verlegt werden müssen, die Installation also ohne Wandschlitze und ohne Dreck abläuft.
Der WLAN-Sender im DSL-Router (oder auch in einem separaten WLAN-Access-Point) sendet immer, egal ob man gerade Daten überträgt oder nicht. Dies macht keinen besonderen Sinn, ist aber leider immer so. Nonstop wird mit kritischen 10 Hertz niederfrequent gepulste Mikrowellenstrahlung quer durch das ganze Haus gefunkt, Tag und Nacht, sobald und so lange des Gerät in der Steckdose steckt. Zudem senden die Funkpartner, also das Notebook oder der stationäre Computer mit integrierten oder einschiebbaren Funkkarten, zumindest wenn Datenverkehr erfolgt, oft auch wenn der Rechner nur eingeschaltet ist. Die entstehenden Intensitäten ähneln denen der seit rund 15 Jahren verbreiteten Schnurlostelefone nach dem DECT-Standard (bei diesen wird mittlerweile mehr und mehr anerkannt, dass sie zu überflüssigen und kritischen Strahlungsstärken in Innenräumen führen; deshalb gibt es seit einiger Zeit endlich strahlungsreduzierte Modelle, die konsequent baubiologischen Ansprüchen allerdings in der Regel nicht entsprechen - hierzu vielleicht demnächst mehr in einem Bericht dieser Zeitschrift). Es stellt sich bei WLAN die selbe Frage wie bei DECT: Warum werden solche Sender nicht erst dann aktiv, wenn es was zu tun gibt, für die kurze Zeit der Datenverschickung, und schalten sofort und automatisch ab, wenn der Funk nicht gebraucht wird? Das wäre leicht möglich, wurde aber von den technischen Entwicklern nicht berücksichtigt.
Die unscheinbaren WLAN-Funkantennen in kleinen eckigen oder runden Plastikgehäusen verstecken sich drinnen in Fluren und Zwischendecken, auf und hinter Schreibtischen, an Schränke und Wände montiert, Hauptsache in der Nähe irgendeiner Telefondose, manchmal sogar in Schlafzimmern. Es treten durch die WLAN-Sender in einigen Metern Entfernung Strahlungsstärken um 1000 µW/m² auf, vergleichbar mit denen in einigen Dutzend oder auch über hundert Metern um Mobilfunk-Sender herum. Bei solchen Werten warnt bezüglich des Mobilfunks bereits die Bundesärztekammer, Hirnstromveränderungen oder andere biologische Effekte sind belegt. Ohne dazwischen liegende Baumasse können durch WLAN bis in etwa 50 m Entfernung Strahlungsstärken über 5 µW/m² auftreten, was aus baubiologischer Sicht bereits inakzeptabel ist (für die spezielle WLAN-Strahlung sind nach bisherigen baubiologischen Erfahrungen vielleicht sogar schon Werte um 0,1-1 µW/m² kritisch). Jede massive Wand oder Betondecke dämpft etwa um 50-80 %, Leichtbauwände dagegen fast gar nicht.
Es gibt massive Kritik, Reaktionen und Warnungen von Baubiologen, Forschern, Ärzten und sogar offiziellen Stellen in Deutschland wie im Ausland:
Die Realität sieht leider meist komplett anders als all diese Forderungen aus, überall wird WLAN eingeplant: So las man schon in den 'VDI-Nachrichten' am 22. August 2003: "Netzwerke erobern den Wohnbereich. Die Unterhaltungselektronik verschmilzt mit dem PC und dem Internet." Stereogenuss kabellos im gesamten Haus, computergeführte Beschallung und Videovergnügen in allen Räumen. Sony: "Der PC wird sich zum ständigen Begleiter des Menschen in allen Lebenslagen entwickeln und sein Leben organisieren." Miele vernetzt Küchengeräte von der Waschmaschine bis zum Herd. Siemens stellt am 10. Dezember 2003 das Projekt ServeHome vor. Hausgeräte vom Kühlschrank bis zum Türöffner und den Jalousien werden mit einer computergesteuerten Leitzentrale verbunden und können von überall per Handy oder Notebook abgefragt, programmiert und bedient werden, für 3999 Euro. All das und noch viel mehr kann WLAN. Auf der letzten CEBIT 2008 wurde eine Vielzahl solcher neuer Anwendungen vorgestellt, die in Privathaushalte drängen.
Solche und andere Indoor-Funktechniken (DECT...) warten drinnen oft mit stärkeren Feldbelastungen auf als der gesamte Mobilfunk von draußen, die Nähe ist entscheidend, die Platzierung im Haus oder beim Nachbarn. Grund genug, sich dem möglichst zu entziehen, oft hat man es selbst in der Hand, man muss es nur wissen und darauf achten. Deshalb hier eine Reihe von Tipps zur Vermeidung bzw. Reduzierung von WLAN-Strahlung:
Autor: Dr. Manfred Mierau, Baubiologie Maes, Büro Aachen |



