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Reiki – Eine Erfindung des Japaners Mikao Usui?

 

Von Birgit Eickenberg

 

Energetische Verbundenheit und das erfüllt sein von Liebe sind Voraussetzungen für die Wirksamkeit einer geistigen Heilung. Doch was verstehen wir darunter? Was passiert da überhaupt?

 

Schon seit Jahren wächst nicht nur in Deutschland die Zahl derer, die ihre Probleme, Blockaden, Krankheiten und Ängste zur Heilung in die Hände eines Geistheilers legen. Manche Großeltern erinnern sich vielleicht noch an die Möglichkeit des Besprechens von Warzen. Auch wenn eine Mutter unbewusst die Hand auf den Bauch eines kranken Kindes legt, ist es eine Form des Geistheilens. Mit ihrer ganzen Liebe ist die Mutter energetisch bei ihrem Kind.

 

Eine Form der Geistheilung, die sich steigender Beliebtheit erfreut, ist Reiki. Nach einer Überlieferung hatte der Japaner Mikao Usui 1922 nach einer reinigenden Phase des Fastens ein Erlebnis, welches ihm die Fähigkeit verlieh, das Usui-Reiki-System zu entwickeln. Er bemerkte die heilenden Kräfte seiner Hände und wandte dies erfolgreich bei Menschen an. „Die Einfachheit dieses Systems hat dazu beigetragen, dass sich die Anwendung von Reiki mittlerweile millionenfach rund um die Welt verbreitet hat,“ sagt dazu der Herausgeber des Reiki Magazins Oliver Klatt, „doch schon seit Anbeginn des Universums existiert die Energie Reiki!“ Wir waren uns dessen Kräfte nur nicht mehr bewusst und haben in unserer industrialisierten und der Vernunft verschriebenen Welt verlernt, auf unser Bauchgefühl zu hören bzw. Energien wahrzunehmen oder zu leiten. Unter anderem auch, um diese Fähigkeiten wieder zu entdecken, bietet Reiki einen guten Weg. Gleichermaßen als Lehrpfad für die eigene spirituelle Entwicklung,  wie auch als alternative Anregung der Heilkräfte eines Menschen zu verstehen ist.

Der Begriff Reiki stammt von den japanischen Worten rei (Kosmos/Universum) und ki (Lebensenergie). Diese  Heilmethode, dieses Handauflegen und bewusstes fließen lassen der universellen Lebensenergie, bringt den Menschen dazu, mit seinem Innersten in Kontakt zu treten und sich den Ursachen von Unruhe, Verspannungen und krank machenden Blockaden bewusst zu werden. Dadurch können Selbstheilungskräfte angeregt werden und in der Entspannung der Reiki-Anwendung findet der Mensch wieder zur Ruhe und Ausgeglichenheit.

Die Lebensenergie Ki oder auch Chi ist auch in anderen Kulturen unter anderen Begriffen bekannt wie vis vitalis, Prana oder auch Qui. Usui hat ein Reikisystem entwickelt, welches auf mehreren Stufen beruht. Mit der ersten sogenannten Einweihung wird beim Reiki-Schüler der Reiki-Kanal, der in unserer heutigen Vernunft gesteuerten Welt meist ab Grundschulalter geschlossen ist, wieder geöffnet. Danach ist der Reiki-Schüler schon in der Lage, Reiki gezielt durch die Hände fließen zu lassen und an andere weiterzugeben. Dies fühlt sich an, als wären die Hände wie bei einer Gießkanne mit Öffnungen versehen, aus denen zwar kein Wasser aber spürbar Energie hinaus strömt. Während dieses Prozesses braucht der Reiki-Gebende keine Angst haben, dass er seine eigene Energie  verliert. Er dient lediglich als Kanal für die gebündelte universelle Lebensenergie. Sogar seine eigenen Energien kann er dadurch stärken.

Im Körper des Menschen sorgen die Chakren (Energiezentren) für den Fluss der Lebensenergie. Jedes Chakra hat seine eigene Beziehung zu Geist und Körper. Ist eines oder mehrere Chakren blockiert, äußern sich Störungen als Beschwerden oder Krankheitssymptome, die der Mensch jetzt endlich wahrnimmt. Wahrscheinlich hat Mensch die ersten Anzeichen gar nicht bemerkt oder bewusst „überhört“, bei denen er hätte noch regulierend eingreifen können. Durch Reiki kann dieser Fluss wieder in die richtigen Bahnen geleitet werden, vorausgesetzt, der Reiki-Empfänger ist auch selber bereit, mit seinem Innersten zu arbeiten. Viele sprechen dabei vom Inneren Kind. Über das Innere Kind kann der Reiki-Geber und auch der Reiki-Empfänger viel über versteckte Probleme oder Ängste erfahren und auf einer zeitweilig unterbewussten Ebene an einer Harmonisierung arbeiten. Dies kann jedoch auch bedeuten, dass sich erst einmal völlig „unangemeldet“ Emotionen äußern, die den Reiki-Empfänger mitunter sehr verwirren oder auch peinlich sind, die er vielleicht gerne wieder verstecken würde, um sich bloß nicht damit zu beschäftigen. Hier sind Sensibilität und Einfühlungsvermögen gefragt, um eine Auseinandersetzung mit diesen Emotionen zu ermöglichen.

Reiki wird unterschiedlich wahrgenommen, viele sprechen von einem Wärmegefühl, manch einer empfindet die Energie als Welle, die den Körper durchläuft. Je nach Entspannungsgrad werden während einer Reiki-Anwendung mitunter Farben oder Bilder wahrgenommen. Es kann aber auch sein, dass die Entspannung sehr groß ist und der Reiki-Empfangende tatsächlich einschläft, da auf unterbewusster Ebene Prozesse ablaufen, die den Verstand sozusagen schlafen schicken.

Jeder, der eine Reiki-Einweihung erhalten hat, kann und sollte sich natürlich auch selbst regelmäßig mit Reiki behandeln. Mit der zweiten Reiki-Einweihung erhält man weiteres Handwerkszeug. Mit drei verschiedenen Symbolen sind nun auch eine Verstärkung des Energieflusses, eine bessere Kontaktaufnahme mit dem Unterbewussten und auch die Überwindung von Zeit und Raum möglich. Fernreiki ist vielleicht ein Begriff, den der Eine oder Andere schon einmal gehört hat. Über die Wirksamkeit von Fernreiki wurde früher spekuliert und diese Heilmethode wurde schnell als „spinnert“ abgetan, es konnte kaum einer verstehen. Mittlerweile wurde jedoch durch Filme wie „Bleep“ , „Die Prophezeiungen von Celestine“ oder auch „Staya Erusa“ von Uri Geller sehr gut verdeutlicht und auch wissenschaftlich untermauert, dass wir energetisch alle miteinander verbunden sind und wissentlich oder unwissentlich Abhängigkeiten zulassen.

Nach der dritten bzw. vierten Einweihung (dies wird gewöhnlich in einem Schritt vollzogen), darf sich der ehemalige Reikischüler nun Meister/Lehrer nennen und auch andere in Reiki unterrichten und einweihen, das heißt jedoch nicht, dass die Phase des Lernens abgeschlossen ist! Die meisten Reikianer erfahren eine große persönliche Weiterentwicklung auf geistiger und emotionaler Ebene. Vieles im Umgang mit dem eigenen Leben kann unter einem anderen Licht gesehen werden.

Reiki ist nichts für eine privilegisierte Minderheit, jeder kann Reiki erlernen und anwenden und Reiki kann jederzeit und überall angewendet werden. Es kann z.B. auch in einer Selbstanwendung im Reisebus gegen Reiseübelkeit angewendet werden. Vor allem Kinder sprechen gut und unvoreingenommen auf Reiki-Anwendungen an.  Reiki muss nicht liegend empfangen werden, es ist aber empfehlenswert, um die Entspannungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Reiki durchfließt Kleidung und auch Gipsverbände. Die Arbeit mit Reiki ist auch eine gute Stressprophylaxe.

Reiki kann

die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen, Blockaden lösen, vor allem im emotionalen Bereich, Verspannungen lösen und Ängsten auf den Grund gehen, Entschlackungen begünstigen

bei der Stressverarbeitung unterstützen

wärmen, Konzentrationsfähigkeit steigern, innere Ausgeglichenheit fördern, in der Sterbebegleitung angewandt werden

Reiki hat sich auch seit Usui weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es viele neuen Grade und auch verwirrend viele neuen Versionen von Reiki. Ich persönlich denke, dass jeder, der sich intensiv mit Reiki auseinander setzt und sich selber Zeit für eigene Entwicklung, Erfahrungen und Wahrnehmungen gibt, schnell herausfindet, welche Einweihungen wann sinnvoll und nötig sind. Reiki sollte immer voller Liebe angewandt werden, wenn ich jemanden mit Reiki behandeln möchte, sollte ich frei von Vorurteilen sein und bei der Reikianwendung wirklich voll und ganz bei der Sache sein und den Menschen, den ich vor mir habe, als wundervolles Individuum annehmen können.

Wenn Sie einen Reiki-Therapeuten suchen, sollten Sie erst um ein kurzes kostenloses Vorgespräch bitten und sich einen Eindruck verschaffen, ob „die Chemie stimmt“. Dies ist wichtiger als eine luxuriöse Praxis.

Dies kann nur eine kleine Vorstellung über die vielfältigen Einsatzgebiete und Möglichkeiten von Reiki geben und erhebt gewiss keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die wachsende Zahl der Kooperationen zwischen Krankenhäusern, Ärzten, Krankenkassen und Reikianwendern zeigt, dass die Akzeptanz von Reiki erfreulicherweise gestiegen ist und die Erfolge mit Reiki überzeugen. Möchten Sie weitere Informationen, finden Sie in den Buchhandlungen reichlich Literatur zu Reiki und den Anwendungsmöglichkeiten. Vielerorts werden Reikitreffen angeboten, wo sich die „Rekianer“ austauschen können.

 
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