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Von Thomas Timm Wer heute einen Spatzen sieht, ist in Deutschland immer öfter ein Glückspilz. In den meisten Bundesländern ging der Bestand in den letzten 25 Jahren um 20 bis 50 % zurück. In Hamburg hat sich der Spatzenbestand sogar um 85% reduziert.
Der Haussperling, auch Spatz genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge und einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel. Der Spatz ist ein Kulturfolger und hat sich vor über 10.000 Jahren dem Menschen angeschlossen. Nach zahlreichen Einbürgerungen ist er mit Ausnahme der Tropen fast überall anzutreffen, wo Menschen sich das ganze Jahr aufhalten. Der weltweite Bestand wird auf etwa 500 Millionen Individuen geschätzt. Nach deutlichen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem im Westen Mitteleuropas wurde die Art in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen. Gründe · Moderne oder sanierte Gebäude bieten kaum noch Nischen oder Hohlräume, die als Brutplätze verwendet werden können. · Durch den Einsatz effizienterer Erntemaschinen verbleibt weniger verwertbare Nahrung nach der Ernte auf den Feldern. · Weitgehende Einstellung der offenen Nutztierhaltung. · Der vermehrte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verringert das Angebot und die Qualität der tierischen Nahrung, die vor allem für die Jungen wichtig ist. · Die gleiche negative Konsequenz hat ebenfalls der im Bereich von Städten und Vorstädten gestiegene Anteil der versiegelten Flächen und auch, dass dort vielerorts die natürliche Vegetation durch gebietsfremde Pflanzen (beispielsweise Ziersträucher) ersetzt wurde. So können Sie dem Spatz helfen Der Spatz braucht mehr Nistmöglichkeiten und genügend eiweißreiche Nahrung für seine Jungen. Bei beidem können Menschen helfen.
- Nistmöglichkeiten schaffen, z.B. durch das Anbringen von Nistkästen - artenreiche Gärten mit einheimischen Sträuchern und Wildkräutern anlegen - auf Pflanzenschutzmittel und andere Gifte verzichten - Dichte Hecken aus einheimischen Sträuchern wie Weißdorn, Hartriegel, Heckenrosen oder Nutzpflanzen wie die Brombeere helfen dem kleinen Vogel, denn Hecken und Sträucher dienen als Versteck und bieten ihm ein reiches Nahrungsangebot an Insekten und Früchten. Auch blühende Pflanzen wie Lavendel oder Margeriten machen einen Garten spatzenfreundlich: Sie locken die Insekten an, die der Spatz als Futter für seine Jungen braucht.
Der Spatz liebt und braucht seine Staubbäder im feinen Sand, um sein Gefieder von Parasiten frei zu halten. Aber er mag es auch nass: Eine einfache Schale mit Wasser im Garten an einer gut einsehbaren Stelle kann als Trink- und Badeplatz dienen. Mit dem Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfung im Garten und auf Feldern wird dem Spatzen die Nahrungsgrundlage genommen. Das gilt auch für die Versiegelung von Flächen mit Asphalt und Beton und monotone Rasenflächen. Alles, was dem Spatzen nützt, nützt auch anderen einheimischen Vogelarten. Vielen Vögeln fehlen inzwischen Nistmöglichkeiten. Sie finden keine geeignete Nahrung für ihre Jungen. Der Schutz für den Spatzen ist deshalb zugleich auch Schutz für andere einheimische Vogelarten wie Haus- und Gartenrotschwänze, Mauersegler, Blau- und Kohlmeisen. Ein spatzen- und vogelfreundlicher Garten bietet auch Bienen, Schmetterlingen, Hummeln und anderen einen guten Lebensraum. Zum Abschluss noch ein Rückblick in die Geschichte: Der frühere Ruf des Haussperlings als Schädling ist vor allem auf seine Vorliebe für Körner zurückzuführen. Auch war der Spatz bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts weit zahlreicher als heute. Dies führte beispielsweise dazu, dass König Friedrich der Große im 18. Jahrhundert ein Kopfgeld aussetzte, um die herrschaftlichen Felder vor den Spatzen zu schützen. Wegen der durch die Dezimierung der Sperlinge verursachten starken Ausbreitung der Insekten wurde dieses Kopfgeld jedoch bald wieder abgeschafft. Aber hat der Mensch daraus gelernt?
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